Awareness
Theaterland versteht sich als Raum, in dem junge, zeitgenössische Theaterarbeit offen, mutig und nah an den Lebensrealitäten der Menschen stattfinden kann. Zwischen Bühne, alltäglichen Orten und öffentlichem Raum entstehen Begegnungen, die Dialog ermöglichen und gemeinsames Nachdenken anregen sollen.
Kulturarbeit in den Regionen bedeutet ein sensibles Hinhören auf die Menschen, die dort leben. Theaterland möchte Strukturen schaffen, die unterschiedlichen Lebensrealitäten Platz geben und ein Klima fördern, in dem Respekt, Toleranz und gegenseitiges Verständnis im Mittelpunkt stehen. Awareness ist dabei ein fortlaufender Prozess, der durch Weiterbildung, Reflexion und Austausch wächst. Schritt für Schritt soll ein möglichst barrierearmer Zugang zu allen Angeboten entstehen. Ziel ist es, Rahmenbedingungen zu schaffen, unter denen sich alle Beteiligten sicher fühlen können.
Verhaltenskodex
Theaterland bekennt sich zu einem wertschätzenden und respektvollen Miteinander. In diesem Verständnis haben Gewalt, Belästigung, sexuelle Belästigung, Machtmissbrauch und Grenzverletzungen ebenso wenig Platz wie Diskriminierungen aufgrund von Geschlecht, Herkunft, Religion, sexueller Orientierung, Behinderung, sozialem Status oder Alter. Dies gilt in besonderer Weise für den Umgang mit Kindern und Jugendlichen, deren Schutz und Wohlbefinden oberste Priorität haben.
Es wird gebeten, Vorfälle dieser Art dem Awareness-Team oder den dafür vorgesehenen Ansprechstellen zu melden. Bei Hinweisen auf eine mögliche Gefährdung des Kindeswohls wird zusätzlich empfohlen, fachliche Unterstützung oder spezialisierte Meldestellen beizuziehen.
Meldewege und Ansprechstellen
Vorfälle jeglicher Art können jederzeit folgende Stellen gemeldet werden:
Die Ansprechpersonen von Theaterland sind:
Verena Kiegerl – +43 (0) 650 766 1667
Gero Tögl – +43 (0) 660 449 6302
E-Mail-Kontakt: office@theaterland.at
Das Awareness-Team ist während aller Veranstaltungen eindeutig gekennzeichnet und kann jederzeit angesprochen werden. Es unterstützt vertraulich, hilft Situationen einzuschätzen und gemeinsam mögliche nächste Schritte zu überlegen.
Richtlinien für ein diskriminierungssensibles Miteinander
Theaterland soll ein Ort sein, an dem sich alle Menschen wohlfühlen können. Die folgenden Grundsätze bilden die Grundlage für ein achtsames Miteinander und prägen die Zusammenarbeit während des gesamten Festivals.
Ein respektvoller und sicherer Raum
Diskriminierungen, übergriffiges Verhalten und jede Form von entwürdigender Behandlung werden nicht toleriert. Belästigungen – ob verbal, nonverbal oder körperlich – ebenso wie sexualisierte Annäherungen oder Kommentare können ein Umfeld schaffen, das belastend oder bedrohlich wirkt. Machtmissbrauch entsteht dort, wo Abhängigkeiten, Einfluss oder Positionen ausgenutzt werden; Grenzverletzungen dort, wo persönliche oder körperliche Grenzen missachtet werden. Ein sensibler Umgang miteinander bedeutet, solche Situationen ernst zu nehmen, zu erkennen und aktiv gegenzusteuern.
Kinderschutz
Besonders wichtig ist der Schutz von Kindern und Jugendlichen. Theaterland verpflichtet sich, Bedingungen zu schaffen, die ihre körperliche und emotionale Sicherheit gewährleisten. Dazu gehört das Bewusstsein dafür, welche Situationen Überforderung, Druck oder Angst auslösen können, und die Bereitschaft, diese frühzeitig zu entschärfen. Kinder und Jugendliche sollen – altersgerecht und verständlich – über Ansprechpartner:innen, Rechte und Beschwerdemöglichkeiten informiert werden. Ebenso ist vorgesehen, Erziehungsberechtigte über Abläufe und Zuständigkeiten in Kenntnis zu setzen. Bei Verdachtsmomenten oder Hinweisen auf eine Gefährdung des Kindeswohls wird nicht weggesehen, sondern fachliche Beratung beigezogen und entsprechend gehandelt.
Eine gewaltfreie Umgebung
Gewalt in jeglicher Form – physisch, psychisch oder strukturell – widerspricht den Grundwerten von Theaterland. Das Festival soll ein Umfeld bieten, das frei ist von Einschüchterung, Mobbing und aggressivem Verhalten.
Sensibilität für Sprache und Unterschiede
Sprache prägt den Umgang miteinander. Deshalb wird auf respektvolle, inklusive und nicht diskriminierende Ausdrucksweisen geachtet. Menschen bringen unterschiedliche Hintergründe, Erfahrungen, Voraussetzungen und Bedürfnisse mit – nicht alle verfügen über die gleichen Chancen der Teilhabe. Achtsamkeit und Rücksichtnahme tragen dazu bei, ein Umfeld zu schaffen, das dieser Vielfalt gerecht wird.
Umgang mit Vorfällen
Das Awareness-Team ist ansprechbar, wenn diskriminierendes, grenzüberschreitendes oder belastendes Verhalten erlebt oder beobachtet wird – oder wenn Situationen ganz allgemein Unwohlsein hervorrufen. Die betroffene Person entscheidet selbst, wann ihre Grenzen überschritten wurden. Das Awareness-Team hört zu, unterstützt vertraulich und begleitet auf Wunsch weitere Schritte. Informationen werden nur mit Zustimmung weitergegeben.
Konsequenzen bei Verstößen
Bei Verstößen gegen die Richtlinien kann das Organisations- oder Awareness-Team das Gespräch mit den beteiligten Personen suchen. Da Menschen sich in unterschiedlichen Lernprozessen befinden, werden Situationen sorgfältig und kontextbezogen bewertet. Theaterland behält sich Verwarnungen sowie den Ausschluss von Veranstaltungen vor. In akuten Gefährdungslagen kann es notwendig sein, die Polizei zu verständigen.
Notfallkontakte
Polizei: 133
Rettung: 144
Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen: 08000 222 555
Rat auf Draht: 147
PsyNot: 0800 44 99 33
Weißer Ring: 050 50 16
Antidiskriminierungsstelle Steiermark: 0316 714 137
Gleichbehandlungsanwaltschaft Steiermark: 0316 720 590
ZARA – Zivilcourage & Anti-Rassismus-Arbeit: 01 929 1399
BanHate-App: https://www.banhate.com
Kinderbüro – Die Lobby für Menschen bis 14: 0316 90370
Hinweis: Regionale Anbieter von Taxi- und Rückholservices werden für jedes Festival im Programm, auf der Theaterland-Website und in den Aushängen vor Ort veröffentlicht.
Glossar
Ableismus: Diskriminierung aufgrund sichtbarer oder unsichtbarer Behinderung.
Altersdiskriminierung (Adultismus & Ageismus): Benachteiligung aufgrund des Alters.
Belästigung: Unerwünschtes Verhalten, das die Würde von Personen verletzt.
Grenzverletzung: Missachtung persönlicher oder körperlicher Grenzen.
Kindeswohlgefährdung: Gefährdung des körperlichen, psychischen oder emotionalen Wohls eines Kindes.
Klassismus: Diskriminierung aufgrund des sozialen oder ökonomischen Status.
Machtmissbrauch: Ausnutzen von Machtpositionen oder Abhängigkeiten.
Queerfeindlichkeit: Abwertung oder Ausschluss von queeren Personen.
Rassismus: Hierarchisierende Abwertung aufgrund zugeschriebener Merkmale.
Sexismus: Diskriminierung aufgrund des Geschlechts.
Sexuelle Belästigung: Sexuell bestimmtes, unerwünschtes Verhalten.
Transfeindlichkeit: Feindseligkeit oder struktureller Ausschluss gegenüber trans Personen.